Linux-Installation im Repaircafe, der Weg

linux-logo-png-free-116602984075xlboimbdm.png#ReparierenStattWegwerfen ♻️💻

Im Repair Café bekommt dein alter Rechner ein Comeback. Statt wegen Support-Ende von Windows 10 neue Hardware zu kaufen, zeigen Ehrenamtliche, wie freie Systeme wie alte Computer weiter nutzbar machen – auch wenn sie aussortieren würde. Ziel: weniger Elektroschrott, mehr digitale Teilhabe. Besucher installieren selbst, lernen Technik verstehen und entdecken Open Source. Motto des Workshops: Nicht missionieren – befähigen. Oder Insta-Style: #AlterPCNeuesLeben #OpenSourcePower #ReparierenStattWegwerfen ♻️💻

IMG_3444.jpegArbeitsanweisung: Linux-Installation im Repair Café

(Strategische Begründung und praktische Umsetzung, eine Zusammenfassung von Roland K. Steger. Die einzel Protokolle als Grundlage der Zusammenfassung sind im einzelnen unten angefügt. Die Zusammenfassung hat nicht den Anspruch allumfassend zu sein es hat Lücken und dient als Arbeitspapier zur weiteren Entwicklung.)


1. Strategische Begründung

1.1 Warum Linux im Repair Café?

Repair Cafés stehen für Reparatur, Ressourcenschonung und Hilfe zur Selbsthilfe. Dieser Anspruch betrifft nicht nur Hardware, sondern auch Software.

Begründung:

  • Viele funktionstüchtige Computer werden durch neue Betriebssystemanforderungen (z. B. Windows 11) vorzeitig ausgemustert.

  • Ein großer Teil der CO₂-Emissionen entsteht bereits bei der Produktion neuer Geräte.

  • Freie Betriebssysteme ermöglichen die weitere Nutzung vorhandener Hardware.

  • Digitale Selbstbestimmung und Transparenz werden gestärkt.

Die Linux-Installation im Repair Café ist daher:

  • Beitrag zur Müllvermeidung

  • Beitrag zum Klimaschutz

  • Beitrag zur digitalen Souveränität

  • Beitrag zur Bildung

Grundsatz:
Nicht missionieren – befähigen.
Nicht ersetzen um jeden Preis – Optionen aufzeigen.


2. Grundprinzipien im Repair Café

  1. Freiwilligkeit: Entscheidung liegt immer bei der besuchenden Person.

  2. Hilfe zur Selbsthilfe: Aktiv mitmachen lassen – kein „Abladen“ von Geräten.

  3. Transparenz: Chancen und Grenzen ehrlich erklären.

  4. Empathie: Keine Fachsprache ohne Erklärung.

  5. Datensicherheit: Ohne Backup keine Installation.

  6. Nachhaltigkeit: Strukturen aufbauen, nicht nur Einzelfälle lösen.


3. Zielgruppenorientierung

3.1 Ältere Menschen (65+)

Bedarf:

  • Sicherheit

  • Verständliche Sprache

  • Vertrauen

Vorgehen:

  • Langsam erklären

  • Ängste ernst nehmen

  • Konkrete Anwendungsfälle (E-Mail, Bilder, Online-Banking)


3.2 Berufstätige (20–65)

Bedarf:

  • Zeitersparnis

  • Kompatibilität

  • Verlässlichkeit

Vorgehen:

  • Realistisch über MS-Office-Kompatibilität sprechen

  • Alternativen zeigen

  • Klare Empfehlung statt „Distro-Überforderung“


3.3 Jugendliche

Bedarf:

  • Gaming

  • Selbstbestimmung

  • Technikverständnis

Vorgehen:

  • Spielekompatibilität prüfen

  • Praktisches Mitmachen ermöglichen

  • Projektcharakter betonen


4. Organisatorische Vorbereitung

4.1 Team

  • Mindestens 2 Personen mit Linux-Erfahrung

  • Klare Rollenverteilung (Technik / Kommunikation)

  • Ansprechpartner für Nachfragen definieren

4.2 Infrastruktur

  • Mehrere USB-Sticks mit geprüften Installationsmedien

  • Internetzugang

  • Ersatzhardware (SSD, RAM)

  • Externe Festplatte für Backups

  • Checklisten ausgedruckt

4.3 Kommunikation

Vorab klar kommunizieren:

  • Dauer: 1–3 Stunden

  • Backup ist Pflicht

  • Kein Garantieversprechen

  • Nachbetreuung ist begrenzt


5. Ablauf einer Linux-Installation


Phase 1: Vorgespräch

Ziel: Erwartungsmanagement

Fragen:

  • Was machen Sie hauptsächlich am Computer?

  • Gibt es spezielle Programme, die zwingend benötigt werden?

  • Gibt es ein aktuelles Backup?

Erklären:

  • Unterschied zwischen Open Source und proprietärer Software

  • Mögliche Umgewöhnung

  • Support-Struktur (Community-basiert)

Entscheidung gemeinsam treffen.


Phase 2: Datensicherung

Ohne Backup keine Installation.

Optionen:

  • Externe Festplatte

  • Cloud (nur wenn gewünscht)

  • Manuelle Sicherung wichtiger Ordner

Dokumentieren:

  • Was wurde gesichert?

  • Wo liegt die Sicherung?


Phase 3: Technische Prüfung

  • Hardware-Check (RAM, SSD, Alter)

  • BIOS/UEFI prüfen

  • Secure Boot klären

  • WLAN-Kompatibilität testen

Falls nötig:

  • SSD-Upgrade

  • RAM-Erweiterung


Phase 4: Installation

Optionen:

  • Test im Live-Modus

  • Dual-Boot (nur bei klarem Wunsch)

  • Vollständige Umstellung

Wichtig:

  • Nutzende klicken selbst

  • Jeden Schritt erklären

  • Keine unnötigen technischen Details


Phase 5: Grundkonfiguration

Einrichten:

  • Benutzerkonto

  • Updates

  • Browser

  • Office-Paket

  • E-Mail

  • Drucker

Optional:

  • Backup-Strategie einrichten

  • Automatische Updates aktivieren


Phase 6: Einführung

Erklären:

  • Dateisystem

  • Softwareinstallation

  • Updates

  • Wo bekomme ich Hilfe?

Merksatz vermitteln:
„Wir ignorieren, was wir nicht brauchen.“


Phase 7: Nachbetreuung

Mitgeben:

  • Liste mit Supportquellen

  • Lokale Linux-Gruppen

  • Online-Ressourcen

  • Hinweis auf mögliche kostenpflichtige Hilfe außerhalb des RC

Ziel:
Hilfe zur Selbsthilfe.


6. Risikomanagement

Risiko Maßnahme
Datenverlust Striktes Backup-Prinzip
Frustration Erwartungsmanagement
Überforderung Einfache Sprache
Falsche Erwartungen Realistische Beratung
Support-Überlastung Klare Grenzen definieren

7. Strategische Weiterentwicklung

7.1 Nachhaltige Strukturen

  • Regelmäßige Linux-Termine

  • Troubleshooting-Treffen

  • Kooperation mit LUGs

  • Interne Schulungen

7.2 Öffentlichkeitsarbeit

  • Lokale Presse

  • Aushänge

  • Kooperation mit Bibliotheken

  • Teilnahme an Nachhaltigkeitsveranstaltungen

7.3 Dokumentation

  • Checklisten standardisieren

  • Erfahrungen sammeln

  • Häufige Probleme dokumentieren

  • Feedback auswerten


8. Haltung des Teams

Linux im Repair Café ist:

  • Kein ideologischer Kampf

  • Kein Wettbewerb gegen Windows

  • Kein Komplettservice

Sondern:

  • Ein Angebot

  • Eine nachhaltige Alternative

  • Ein Bildungsbeitrag

  • Ein Reparaturansatz für Software


9. Zusammenfassung

Eine Linux-Installation im Repair Café ist sinnvoll, wenn sie:

  • strategisch begründet ist (Nachhaltigkeit & Souveränität)

  • organisatorisch vorbereitet ist

  • klar strukturiert abläuft

  • realistische Erwartungen setzt

  • Menschen befähigt statt abhängig macht

Leitsatz:
Reparieren heißt nicht nur schrauben –
sondern auch Software weiter nutzbar machen.

Linux_Installation_WorkshopZusammenfassung – LinuxCafé / RC-Workshop Nürnberg

Ziel und Grundgedanke

Zentrales Leitmotiv des Workshops war:
Software ist wie Hardware zu betrachten – sie kann und sollte reparierbar sein.

Der ökologische Kontext macht das deutlich: Der IKT-Sektor verursacht derzeit etwa 2–3 % der weltweiten CO₂-Emissionen; bis 2050 könnten es bis zu 30 % werden. Rund die Hälfte der Emissionen entsteht bereits bei der Produktion der Geräte.

Gleichzeitig führt etwa das Update auf Windows 11 dazu, dass Millionen funktionstüchtiger Rechner nicht weiter genutzt werden können. Initiativen wie End of 10 setzen hier an und wollen bestehende Hardware durch freie Software weiter nutzbar machen.


Zeitplan des Workshops

Zwischen allen Programmpunkten waren mindestens 15 Minuten Pause vorgesehen.

Freitag, 27. Februar

  • Optionaler Installationsworkshop für neue Nutzende

  • Vorstellungsrunde und gemeinsame Planung

  • Diskussion: Zusammenarbeit von LUGs und Repair Cafés

  • Gemeinsames Abendessen

Samstag, 28. Februar

  • Nutzerbedürfnisse und soziale Hindernisse

  • Neue Nutzer*innen gewinnen (inkl. Brainstorming zu Materialien)

  • Feedback und Ausblick (Workshop in Dessau)


1. Vorstellungsrunde und gemeinsame Planung

Zentrale Themen

  • Zielgruppe: vor allem Endanwender*innen mit älteren Rechnern

  • Ältere Menschen benötigen oft Unterstützung bei der Installation

  • Wie bringt man Menschen mit Linux-Kompetenz und Interessierte zusammen?

  • Wie kommt man „aus der Blase“ heraus (z. B. durch Präsenz auf Messen)?

  • Welche Hemmnisse bestehen bei Linux-Angeboten im Repair Café?

  • Gehört Software-Support zum Selbstverständnis eines RC?

Ein wichtiger Diskussionspunkt war das Framing:
Nicht „Elektroschrott“, sondern Aufwertung der Hardware durch ein Software-Upgrade.


Struktur einer Installationsveranstaltung

Vor der Installation

  • Organisation und Helfer*innen gewinnen

  • Klären, welche Unterstützung es regional gibt (auch kostenpflichtig)

  • Backups vorbereiten (Anleitung ja, vollständiger Service nein)

  • Geschützte Räume schaffen

Während der Installation

  • Zeit realistisch einplanen

  • Hardware-Upgrades prüfen (z. B. SSD, RAM)

  • Empathisch kommunizieren, einfache Sprache

  • Unterschiede erklären – ohne zu missionieren

  • Aktiv mitmachen lassen (kein „Abladen“ von Geräten)

Nach der Installation

  • Hilfe zur Selbsthilfe fördern

  • Verweis auf Foren und lokale Gruppen

  • Online-Ressourcen wie https://www.linuxguides.de/

  • Ggf. Liste regionaler Support-Angebote erstellen (außerhalb des RCs auch gegen Bezahlung)

Wichtig:
Linux ist ein Betriebssystem – keine Religion. Es geht um Information, nicht Missionierung.


2. Nutzerbedürfnisse und soziale Hindernisse

Repair-Café-Freiwillige

Bedarf an:

  • Technischem Grundverständnis

  • Checklisten und klaren Abläufen

  • Rechtlicher und psychologischer Sicherheit

  • Austauschformaten (z. B. Troubleshooting-Treffen)

Backups wurden als zentral hervorgehoben:
Fehler sind weniger problematisch, wenn Datensicherungen vorhanden sind.


Menschen unter 20 Jahren

Herausforderungen:

  • Gaming-Fokus

  • Nutzung eher über Smartphone als PC

  • Fehlende Vorbilder

  • Geringes Nachhaltigkeitsbewusstsein

Ansätze:

  • Linux als Spieleplattform

  • Angebote in Schulen, Jugendzentren, Ferienprogrammen

  • Kooperation mit Initiativen wie „Chaos macht Schule“

  • Projekte mit Raspberry Pi, Arduino oder Scratch

Wichtig ist, konkrete Vorteile sichtbar zu machen.


Menschen zwischen 20 und 65 Jahren

Herausforderungen:

  • Zeitmangel

  • Berufliche Abhängigkeit von Microsoft-Formaten

  • Kein akuter Leidensdruck

  • Zu viele Distributionsoptionen

Bedarf:

  • Reibungsloser Übergang

  • Keine zusätzliche Komplexität

  • Verlässlicher Support


Menschen über 65 Jahre

Bedarf:

  • Sicherheit und Vertrauen

  • Unterstützung bei Behörden, Online-Banking und Kommunikation

  • Geduldige Begleitung

Herausforderungen:

  • Angst, Fehler zu machen

  • Geringe technische Erfahrung

  • Mobilitätseinschränkungen

Ressourcen:


3. Neue Nutzer*innen gewinnen

Repair-Café-Freiwillige

  • Direkte Ansprache

  • Kooperation mit Kirchen

  • Austausch mit anderen RCs

  • Klein anfangen und schrittweise wachsen


Menschen unter 20

  • Social Media

  • Kooperation mit Schulen

  • Ferienangebote

  • Gaming-Workshops

  • Schulbotschafter*innen

  • Zusammenarbeit mit Open-Source-orientierten Unternehmen


Menschen zwischen 20 und 65

  • Flyer (z. B. Fitnessstudios)

  • Persönliche Kontakte

  • Studierende und Umweltaktive ansprechen


Menschen über 65

  • Lokale Zeitung

  • Messen und Umweltveranstaltungen

  • Bibliotheken

  • Pressearbeit

Zentrale Frage:
Wer kann als Multiplikator*in wirken und die Idee weitertragen?


Feedback aus dem Workshop

Positiv

  • Inspirierende Atmosphäre

  • Gute Vernetzung

  • Konkrete Zielgruppenanalyse

  • Motivation und neue Ideen

  • Klare Priorisierung von nächsten Schritten

Verbesserungspotenzial

  • Bessere Vorab-Kommunikation (z. B. Ablaufpläne)

  • Mehr Informationen zu technischen Beteiligungsmöglichkeiten (Matrix etc.)

Wertschätzung

  • Gute Moderation

  • Unterstützung bei Installationen

  • Kompetenter Veranstaltungsort (FabLab)

  • Neue Kontakte und Perspektiven


Fazit

Der Workshop hat gezeigt:
Freie Software ist ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Reparaturkultur.

Entscheidend sind nicht nur technische Lösungen, sondern auch:

  • verständliche Kommunikation

  • soziale Sensibilität

  • tragfähige Netzwerke

  • realistische Angebote

Das Ziel ist klar:
Nicht missionieren, sondern befähigen. Nicht wegwerfen, sondern weiterverwenden.

Bildschirmfoto 2026-02-09 um 21.40.18.pngProtokoll: Zusammenfassung: RC-Workshop Nürnberg (27.–28. Februar)

Zeitplan

Zwischen allen Programmpunkten waren mindestens 15 Minuten Pause vorgesehen.

Freitag, 27. Februar

  • 10:00–13:00 Uhr (optional): Praktischer Installationsworkshop für neue Nutzende

  • 14:00–16:00 Uhr: Vorstellungsrunde und gemeinsame Planung

  • 16:00–18:00 Uhr: Zusammenarbeit von LUGs und Repair Cafés

  • Ab 18:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen

Samstag, 28. Februar

  • 10:00–12:00 Uhr: Nutzerbedürfnisse und soziale Hindernisse

  • 12:00–13:00 Uhr: Mittagspause

  • 13:00–14:30 Uhr: Neue Nutzerinnen und Nutzer gewinnen (inkl. Brainstorming zu Materialien)

  • 14:30–16:00 Uhr: Feedback, offene Diskussion und Ausblick (u. a. auf den Workshop in Dessau)


Leitgedanke und Kontext

Im Zentrum stand die Idee, Software wie Hardware zu behandeln: Sie ist reparierbar – und sollte es auch sein.

Diskutiert wurde die ökologische Bedeutung dieses Ansatzes: Der IKT-Sektor verursacht derzeit etwa 2–3 % der globalen CO₂-Emissionen; bis 2050 könnten es bis zu 30 % werden. Ein großer Teil der Emissionen entsteht bereits bei der Produktion der Geräte. Gleichzeitig führt etwa die Einführung neuer Betriebssystemanforderungen (z. B. Windows 11) dazu, dass Millionen funktionstüchtiger Rechner ausgemustert werden.

Initiativen wie End of 10 möchten dieser Entwicklung entgegenwirken und zeigen, dass bestehende Hardware durch freie Betriebssysteme weiter genutzt werden kann.


Zentrale Diskussionen

1. Zielgruppen und Ansprache

Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Zielgruppen erreicht werden sollen und welche Bedürfnisse sie haben.

Menschen unter 20 Jahren
Hier spielen Gaming, Mobilgeräte und der „Coolness-Faktor“ eine große Rolle. Häufig fehlt es an Vorbildern oder nachhaltigem Bewusstsein. Angebote über Schulen, Jugendzentren, Ferienprogramme oder Gaming-Zugänge können Einstiegsmöglichkeiten schaffen. Wichtig ist eine kontinuierliche Begleitung.

Menschen zwischen 20 und 65 Jahren
Zeitmangel, berufliche Abhängigkeit von Microsoft-Formaten und fehlender Leidensdruck erschweren einen Wechsel. Angebote müssen alltagstauglich, zeitsparend und zuverlässig sein. Klare Informationen, persönliche Ansprache und niedrigschwellige Veranstaltungen sind hier entscheidend.

Menschen über 65 Jahre
Diese Gruppe wünscht vor allem Sicherheit, Verlässlichkeit und verständliche Begleitung. Ängste, „etwas kaputt zu machen“, sind verbreitet. Themen wie Online-Banking, Behördenkommunikation oder Kontakt zu Familie stehen im Vordergrund. Vertrauen, Geduld und einfache Sprache sind essenziell.


2. Rolle der Repair Cafés

Es wurde diskutiert, ob und wie Linux-Angebote in Repair Cafés integriert werden können.

Zentrale Fragen waren:

  • Wie viel Zeit braucht eine Installation?

  • Soll Unterstützung bei Backups angeboten werden?

  • Wie geht man mit Hardware-Upgrades (z. B. SSD, RAM) um?

  • Gehört Software-Support zum Selbstverständnis eines RC?

Einigkeit bestand darin, dass nicht missioniert, sondern informiert werden soll. Das Ziel ist nicht Ideologie, sondern Nachhaltigkeit: Geräte nicht wegwerfen, sondern weiter nutzen.

Auch die Finanzierung von Repair Cafés wurde thematisiert. Fördermöglichkeiten sind vorhanden, jedoch oft mit hohen Hürden verbunden.


3. Struktur einer Installationsveranstaltung

Vorbereitung

  • Organisation und Helfer*innen finden

  • Klären, welche Supportstrukturen es regional gibt

  • Datensicherung vorbereiten

  • Geschützten Rahmen schaffen

Während der Veranstaltung

  • Alte Hardware mit Linux demonstrieren

  • Bei Bedarf Hardware-Upgrades anbieten

  • Empathisch kommunizieren, einfache Sprache verwenden

  • Unterschiede erklären, ohne zu missionieren

Nachbereitung

  • Hilfe zur Selbsthilfe fördern

  • Auf Foren, LUGs und Online-Ressourcen verweisen

  • Eventuell kostenpflichtige Supportangebote außerhalb des RC benennen


4. Soziale und psychologische Aspekte

Neben technischen Fragen standen soziale Hindernisse im Mittelpunkt:

  • Fehlendes Selbstvertrauen bei Freiwilligen

  • Juristische Unsicherheiten

  • Große Wissenskluft zwischen „Nerd-Wissen“ und Alltagsbedürfnissen

  • Angst vor Fehlern

Vorgeschlagen wurden Checklisten, Troubleshooting-Treffen, Netzwerkbildung und gemeinsame Veranstaltungen mit LUGs oder Fablabs.


5. Neue Nutzer*innen gewinnen

Zur Ansprache verschiedener Gruppen wurden zahlreiche Ideen gesammelt:

  • Persönliche Ansprache (z. B. über Kirchen oder lokale Initiativen)

  • Kooperationen mit Schulen, Jugendzentren und Ferienprogrammen

  • Social Media für jüngere Zielgruppen

  • Flyer und Aushänge (z. B. in Fitnessstudios oder Bibliotheken)

  • Präsenz auf Messen, Umweltveranstaltungen und Konferenzen

  • Zusammenarbeit mit Open-Source-orientierten Unternehmen

Wichtig ist ein inkrementeller Ansatz: klein anfangen und Strukturen schrittweise aufbauen.


Feedback

Positiv hervorgehoben wurden:

  • Die offene und inspirierende Atmosphäre

  • Konkrete Zielgruppenanalysen

  • Vernetzung und Erfahrungsaustausch

  • Klare Priorisierung von nächsten Schritten

Verbesserungspotenzial:

  • Bessere Vorab-Kommunikation organisatorischer Details

  • Mehr Informationen zu technischen Mitmachmöglichkeiten (z. B. Matrix)

Wertschätzung:

  • Gute Moderation

  • Kompetenter Veranstaltungsort (FabLab)

  • Praktische Installationshilfe

  • Neue Kontakte und Perspektiven


Fazit

Der Workshop zeigte deutlich, dass freie Software ein wichtiger Baustein nachhaltiger Reparaturkultur ist. Entscheidend sind dabei nicht nur technische Lösungen, sondern auch soziale Kompetenzen, verständliche Kommunikation und tragfähige Netzwerke.

Statt zu missionieren, geht es darum, Menschen zu befähigen – und funktionierende Geräte durch kluge Softwareentscheidungen länger nutzbar zu machen.

 

Bildschirmfoto 2026-02-26 um 21.57.52.pngBericht zum Workshop „Austausch & Strategien für Linux im Repair-Kontext“ 27.-28. Februar 2026

Vor der Installation

  • Backups (mit Anleitung, aber kein vollständiger Hands-on-Service)

  • Klärung der Erwartungen

  • Hardware-Check (SSD/RAM-Upgrade ggf. anbieten)

  • Transparente Kommunikation

Wichtiges Framing:
Nicht „Elektroschrott vermeiden“, sondern
„Deine Hardware aufwerten – durch ein Software-Upgrade.“


Während der Installation

  • Klare Zeitplanung

  • Einfache Sprache

  • Empathischer Umgang

  • Aktivierung der Teilnehmenden (kein „Hardware-Abladen“)


Nach der Installation

  • Hinweise auf Support-Communities

  • Lokale Linux-Gruppen

  • Foren der Distribution

  • Hilfe-zur-Selbsthilfe

Diskutiert wurde auch:

  • Kostenpflichtiger Support außerhalb des RC-Kontexts

  • Aufbau regionaler Support-Listen

  • Niedrigschwellige Schulungsangebote (z. B. „Maustraining“)

Wichtig: Linux ist ein Betriebssystem – keine Religion. Informieren statt missionieren.


6. Soziale und organisatorische Herausforderungen

Für Repair-Café-Freiwillige

  • Bedarf an Checklisten

  • Grundverständnis von Linux

  • Rechtliche Sicherheit

  • Psychologische Sicherheit

  • Netzwerkbildung (Troubleshooting-Treffen)

Finanzierung

Die Finanzierung von Repair Cafés und Vereinen bleibt schwierig. Fördermöglichkeiten existieren, sind jedoch mit hohen Hürden verbunden. Erfahrungsaustausch zu Förderstrategien wurde als wichtig erachtet.


7. Gewinnung neuer Mitwirkender

Kanäle und Multiplikatoren

  • Kirchen (Zielgruppe: ältere Menschen mit Zeit)

  • Schulen

  • Jugendräume

  • Umweltinitiativen

  • Bibliotheken

  • Messen und Nachhaltigkeitsveranstaltungen

  • Social Media

Nachhaltigkeit des Engagements

  • Klein anfangen, inkrementell wachsen

  • Planungssicherheit schaffen

  • Ressourcen teilen

  • Persönliche Ansprache priorisieren


8. Feedback aus der Gruppe

Positiv

  • Inspirierende Atmosphäre

  • Netzwerkbildung

  • Konkrete Zielgruppenanalyse

  • Erfahrungsaustausch

  • Motivation zum Handeln

Verbesserungspotenzial

  • Frühzeitigere Verteilung des Plans

  • Mehr Informationen zu Mitmachmöglichkeiten (z. B. Matrix)

Wertschätzung

  • Gute Moderation

  • Kompetenz des Veranstaltungsortes (FabLab)

  • Neue Verbindungen

  • Gegenseitige Unterstützung


9. Fazit und Ausblick

Der Workshop hat deutlich gemacht:

  • Software-Reparatur ist ein zentraler Hebel gegen Elektroschrott.

  • Die Verbindung von LUGs, Repair Cafés und Nachhaltigkeitsinitiativen hat großes Potenzial.

  • Unterschiedliche Altersgruppen benötigen unterschiedliche Anspracheformen.

  • Es braucht sowohl technische als auch soziale Kompetenz.

Der nächste Schritt ist, konkrete Pilotformate zu entwickeln, bestehende Ressourcen zu bündeln und die Netzwerke weiter auszubauen.

Das Leitmotiv bleibt:
Nicht wegwerfen – weiterverwenden. Nicht missionieren – befähigen.